Ich liebe mein Leben, denn ich habe jeden noch so kleinen Aspekt davon selbst gewählt.
Ich bin.
Wahrscheinlich gibt es kaum einen Satz, der kraftvoller ist. Und doch wollen wir ihn immer erweitern. Weil wir denken, dass er noch eine Ergänzung braucht? Das alleinige Sein vielleicht nicht reicht? Wir uns erklären wollen? Oder aber, weil das Große so gar nicht greifbar ist, so dass wir ihm ein bisschen Realität einhauchen möchten. Damit es nahbarer wird.
Auch ich werde solche Ergänzungen nun vornehmen. Alleine schon, weil ich mich nicht davor scheue, euch in meinen Prozess einzuladen und mit euch in den Austausch zu gehen. Diese Rollen und Labels sind in unserem Leben nun einmal vorhanden. Sie beschäftigen uns. Sie sind so oft die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Wir alle haben unsere eigenen Bilder, Werte und Definitionen. Identifizieren uns unterschiedlich stark mit ihnen oder lehnen sie vielleicht sogar ab.
Oft werden uns diese auch einfach zugeschrieben und von außen dann Ansprüche an uns gestellt, weil wir die Rolle (vermeitlich) haben. Darum lohnt es sich, dass wir sie intensiv durchleuchten, aussprechen, was sie jetzt gerade für uns bedeuten und wie sie sich jetzt gerade für uns anfühlen, damit wir unser Bild selbstbewusst dagegen setzen und unser Selbst in ihnen ausdrücken.
Ich begleite Menschen dabei, aus innerer Klarheit zu wählen statt aus Anpassung zu handeln.

Ich bin Frau...
... in einer Welt und Gesellschaft, die lange allein durch Männer geformt und kontrolliert wurde. In der andere Frauen vor mir dafür gekämpft haben, dass ich heute wählen, arbeiten und meine Meinung sagen darf.
Ich bin oft noch irritiert, weil ich in diesem männliche System an Grenzen stoße und meine weibliche Kraft, Fürsorge und Intuition nicht wertgeschätzt oder gar belächelt wird, obwohl sie nachweislich so viel bewegt.
Ich begegne Männern, die mir immer wieder plötzlich konfrontativ gegenüber stehen, weil ich bestimmte Spiele nicht mehr mitspiele, alte Systeme umschiffe und mich eindeutig positioniere.
Und ich erlebe Gruppen von Menschen, die den Geschlechterkampf beiseite legen, Schulter an Schulter stehen und gemeinsam antreten für eine Welt, in der wir als Menschheit unsere Verantwortung füreinander tragen.

Ich bin Mutter...
und ich würde sagen, dass mich kein Ereignis in meinem Leben so aus der Bahn geworfen hat, wie die Geburten meiner Kinder. Jede einzelne Geburt auf ihre Weise.
Die Kinder haben mit vorher ungeahnter Intensität die bedingungslose Liebe in mein Leben gebracht und ich konnte zunächst gar nichts mit ihr anfangen. Ich hatte im wahrsten Sinne keine Antwort und darum habe ich geliefert, um dieses Geschenk auszugleichen.
Und sie haben mir über die Jahre gezeigt, dass es nichts auszugleichen gibt. Ich bin ruhiger, stiller und eindeutiger geworden, weil ich jetzt mehr weiß, wer ich wirklich bin.
Die stille Frage, welche die Kinder an mich stellen, wird nun beantwortet. Ich lebe mein Leben und die Kinder entspannen sich, folgen mir und spielen. Denn das ist es was, Kinder tun sollten. Sich ausprobieren, sich erpoben, sich selbst spüren und sich selbst vertrauen.

Ich bin Lehrerin...
... in einem Schulsystem, welches sich zu einem großen Teil als Ort der Wissensvermittlung definiert. Schon während des Lehramtsstudiums hatte ich mit dem ganzen Konstrukt ein Störgefühl, weil sich irgendetwas nicht echt angefühlt hat. Ich habe mich sogar manchmal lieber als Pädagogin bezeichnet, weil ich keine "Lehrerin" sein wollte.
Heute sage ich aus vollem Herzen, dass ich mit Leib und Seele Lehrerin bin. Und eigentlich war ist das schon immer und ich bin richtig gut darin. Und wisst ihr warum? Weil ich schon immer gerne selbst gelernt habe.
Ich kann mich für wirklich jedes Wissen begeistern, wenn ich mich damit beschäftige. Ich bin neugierig, kreativ und ???. Und damit bin ich für die Kinder ein Vorbild für einen mit Freude lernenden Menschen. Das ist extrem ansteckend.
Und darum habe ich auch zur Montessoripädagogik gefunden, weil ich dort mit den Kindern und Jugendlichen Seite an Seite arbeite und ihnen nicht frontal gegenüberstehen muss.

Ich bin Führungskraft...
... geworden wie die Jungfau zum Kinde. Es ist einfach ganz antürlich passiert. Ich habe mich nie um höhere Posten beworben, sondern sie haben mich gefunden. Oft, bevor ich bereit war, sie voll auszufüllen.
In Führung zu gehen heißt sich voll und ganz sichtbar zu machen und Pädagogen und Pädagoginnen sind ein diskussionsfreudiges Völkchen, die nicht nur einmal Entscheidungen hinterfragen.
Meine Position hat mich geradezu dazu herausgefordert Stellung zu beziehen und die Verantwortung voll zu nehmen. Dazu musste ich meine Vision zu schärfen und so lange schleifen, bis wir eins wurden.
Wenn heute etwas in Frage gestellt wird, dann gehe ich keinen Schritt mehr zurück, weil ich einfach weiß, dass meine Vision sich lohnt, dafür einzutreten und für sie voran zu schreiten. Da begann echte Führung, die auch eindeutig bleibt, wenn es schwer wird.
"Ulrike, gib dich hin."

"Der Widerstand, den du spürst, kommt aus der Vergangenheit. Lass in los und folge dem Feld, das sich öffnet, weil du neue Entscheidungen für dich getroffen hast.
Manchmal darf es sich auch einfach leicht anfühlen."r fühlst.
In meinen Gesprächen mit Frauen und auch Männern fällt mir immer wieder auf, wie sehr wir uns darauf fokussieren, Dinge zu managen, zu steuern und zu kontrollieren, damit sie gut werden. Häufig steht das Machen im Mittelpunkt und so definieren wir im männlichen System auch Leistung. Aber manchmal ist Vertrauen, Hingabe und Fürsorge das Entscheidende.
"Ulrike, du hast Angst."

"Du machst dicht, ziehst dich zurück, baust Mauern und lässt niemanden an dich ran. Komm wir lassen alles raus. Was im Licht steht, verliert seinen Schrecken.
Ich bleibe, bis du dich wieder fühlst."
Diese Momente gehen nicht weg. Sie sind Teil des Lebens und das Leben ist Veränderung, bis zu dem Zeitpunkt, wo es endgültig still wird. Es gibt einen Unterschied zwischen Rückzug und Kontemplation. In der Kontemplation begegnen wir uns selbst und geben unseren Gefühlen Raum und Ausdruck, schauen liebevoll auf uns selbst, führen vielleicht Selbstgespräche, um dann eine Wahl zu treffen. Und mt der Entscheidung kommt die Kraft für das Weitermachen.
"Ulrike,
deine Vision ist groß."

"Und manchmal wäre es viel einfacher, sie kleiner zu machen. Leiser zu werden. Dich anzupassen. Aber diesen Weg gehen wir nicht mehr! Also zeig dich! Auch wenn es dich was kostet.
Wir zahlen den vollen Preis!"
Die Veränderung braucht eine freie Wahlmöglichkeit. Dann eine klare Entscheidung, einen Batzen Eigenleistung und zuletzt die Verantwortung alle Konsequenzen zum vollen Preis anzunehmen. Ich habe mir angewöhnt nicht mehr zu zögern, wenn es um meine Expertise geht. Ich gestalte Teamtage, halte Workshops und Seminare, weil ich etwas zu sagen habe.
